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Das Berliner Fenster bietet Fahrgastfernsehen in den Zügen der Berliner U-Bahn auf allen Linien. Dabei werden lokale und überregionale Nachrichten, Sport, Kultur, Wetter, Veranstaltstipps und Werbung gezeigt. Seit Ende 2003 sind alle neun U-Bahnlinien mit den Doppelmonitoren des Berliner Fenster ausgestattet. Nur wenige Züge, unter anderem die zwei Fahrzeugprototypen Hk, besitzen keine Monitore. Das Angebot erreicht heute täglich über 1,6 Mio. Fahrgäste.

Technik Bearbeiten

Grundlage ist das Digital Multimedia Broadcasting-Verfahren (DMB) mit einer Kombination von Elementen aus dem Digital Audio Broadcasting (digitales Radio) und dem international standardisierten Kompressionsverfahren für die Bewegtbildübertragung, MPEG 2. Es erlaubt die Übertragung großer Datenmengen in Echtzeit an Zielsysteme. Entwickelt wurde die DMB - Technik von der Robert Bosch Multimediasysteme GmbH & Co.KG und der Inova Multimedia-Systeme GmbH & Co. KG, Hildesheim.

Die Übertragung der Daten erfolgt über Lichtwellenleiter in die U-Bahnhöfe. Dort werden diese in digitale terrestrische Signale umgewandelt. Das System funktioniert analog dem digitalen Fernsehen. In jedem U-Bahnhof stehen zwei Repeater, die als Antennenverstärker für den Empfang in den U-Bahn-Zügen dienen. In den einzelnen Zügen, die mit einem Empfängerzentrum und drei Servern ausgestattet sind, werden die Signale aufgenommen und an die Doppelmonitore in den einzelnen Waggons weitergeleitet.

Da das Berliner Fenster ohne Ton sendet, um eine zusätzliche Störung der Fahrgäste zu verhindern, wurde ein Doppelmonitorsystem eingeführt. Der eine Monitor liefert alle wichtigen Bilder, die Fahrgäste auch vom normalen Fernsehen erwarten. Der zweite Monitor ersetzt quasi die Tonspur und ermöglicht damit die gleiche Informationstiefe wie im klassischen TV. Außerdem wird das Bewegtbild nicht durch zusätzliche Texteinblendungen gestört.

Diese eingesetzte Technik erlaubt es, innerhalb von zwei Minuten alle 1.200 Wagen und über 4.000 Monitore auf Sendung zu bringen.

Inhalte Bearbeiten

Inhalte werden in einer 15-minütigen Programmschleife in einem Mix aus Nachrichten (Welt, Hauptstadt- und Sportnews), Magazin-Beiträgen (Veranstaltungshinweise, Ausflugtipps, Musik- und Kinotipps usw.) und Werbung dargeboten. Diese Programmschleife wird täglich mindestens zweimal aktualisiert. Werbespots werden, nicht wie im Fernsehprogramm üblich angekündigt, sondern direkt in das Programm eingeschnitten und übergangslos gesendet. Zur Produktion von Werbeinhalten steht interessierten Unternehmen und Institutionen eine Redaktion zur Verfügung, die insbesondere für die eingesetzte Doppelmonitortechnik die Beiträge vorproduziert.

Das Berliner Fenster bietet auch eine Plattform für die Beteiligung von Fahrgästen, so z. B. das jährliche Kurzfilmfestival "Going Underground" und das "Foto des Tages" sowie weitere Gewinnspiele.

Going Underground Bearbeiten

Going Underground ist das von der Berliner Fenster GmbH und der Berliner Kurzfilm-Verleih und Festival interfilm Berlin veranstaltete Kurzfilmfestival. Berliner U-Bahnfahrgäste agieren hier als Jury für die eingereichten Kurzfilme nationaler und internationaler Künstler. Die tonlosen Filme haben eine maximale Länge von 90 Sekunden. In Vormittags- und Nachmittagsschleifen werden im Wettbewerbszeitraum für zwei Stunden ausschließlich die 14 Wettbewerbsfilme im Berliner Fenster gezeigt – ohne Werbe- und Infounterbrechung. Jeder Fahrgast kann aus den 14 Wettbewerbsfilmen per Stimmcoupon, Telefon oder auf den Internetseiten des Berliner Fensters seinen persönlichen Favoriten wählen.

Weblinks Bearbeiten


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