S-Bahn Berlin
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Fahrzeuge [Bearbeiten] Baureihe 481
Seit der Aufnahme des elektrischen Betriebs 1924 kamen bei der S-Bahn insgesamt zehn Baureihen zum Einsatz (Umbauten und -benennungen nicht mit eingerechnet). Da es, bedingt durch Krieg und Rekonstruktion, zu mehrmaligen Umnummerierungen kam, lässt sich kaum ein einheitliches Schema darstellen. Aktuell (2007) werden drei Baureihen (480, 481, 485) eingesetzt.
Eingesetzte Triebwagen [Bearbeiten]
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Baureihen der Berliner S-Bahn von den ersten Versuchsfahrzeugen im Jahr 1922 bis hin zur modernen Baureihe 481/482. Ebenso enthalten sind auch sämtliche größere Umbauten oder Neunummerierungen.
Bis 1941 werden die kompletten Wagennummern angegeben, da eine Unterscheidung nach Triebwagen bis dahin noch nicht erfolgte. 1234–5678 bedeutet, dass vom Wagen 1234 bis zum Wagen 5678 durchgehend nummeriert wurde, 1234…5678 dagegen lässt darauf schließen, dass die Nummerierung lückenhaft ist. Ab 1941 führte die DRB einheitliche Bezeichnungen für ihre Elektrotriebwagen ein, dieses Schema wurde nach 1945 von der DR übernommen und erst 1970 durch ein EDV-gerechtes System abgelöst. 1992 erfolgte die Anpassung an das Baureihenschema der DB.
Gegebenenfalls sind unterhalb der Baureihenbezeichnungen Anmerkungen eingefügt. Sie bedeuten folgendes:
* 1922–: bedeutet, dass die ersten Fahrzeuge dieses Typs ab 1922 im Fahrgasteinsatz liefen. * –1933: ist der Umkehrschluss, die Fahrzeuge wurden bis zu diesem Jahr im Fahrgastverkehr eingesetzt. * geplant: Die Baureihe wurde geplant, allerdings wurden keine Fahrzeuge konstruiert, bzw. kamen diese nie zum Einsatz * Peene.: Die Fahrzeuge stammen ursprünglich von der Werkbahn Peenemünde und kamen 1952 zur S-Bahn. * U: Ein U vor dem Jahr bedeutet, dass es sich um einen Umbau aus der vorherigen Baureihe handelt, U 1970– bedeutet also, dass die besagten Fahrzeuge ab 1970 umgebaut wurden.
1922–1941 Versuchs- züge A bis F (* 1922) 2051–2074 5051–5086 2101–2134 5101–5151 (* 1924) 2135–2184 5152–5201 (* 1925) 2185–2752 5202–5666 5667–5746 (* 1928) 3001–3022 6001–6030 (–1933) 3023–3056 6031–6081 3057–3106 5001–5050 3107–3795 5051…6305 6082…6320 3796–3799 6306–6309 (* 1934) 3800–4044 6310…6344 (* 1936) 4501–4514 6501–6514 4501–4518 8501–8518 3834–4044 6345–6555 (* 1938) 1941–1949 ET 169.0 EB 169.0 ET 168.0 EB 168.0 ET 165.9 EB 165.9 (geplant) ET 165.0…8 EB 165.0–4 ES 165.4…8 ET 166.0 EB 166.0 ET 125.0 EB 125.0 ET 167.0–2 EB 167.0–2 ET 151.0 EB 151.0 (geplant) 1949–1970 ET 170.0 (1959–1970) ET 169.0 EB 169.0 (–1962) ET 168.0 EB 168.0 (–1964) ET 165.0…8 EB 165.0–4 ES 165.4…8 ET 166.0 EB 166.0 ET 166.0 EB 166.0 (Peene.) ET 167.0–3 1970–1992 278.0–2 (Werksfahrzeuge) 275.0–9 276.0 277.0–3 275.0–1, 6 276.1–5 (U 1970–) 277.0–4 270.0–1 (* 1987) 480.0 480.5 (* 1986) ab 1992 478.0 878.0 (Werksfahrzeuge) 475.0…6 875.0…6 (–1997) 476.0…6 876.0…6 (–2000) 477.0…6 877.0…6 (–2004) 488.0, 5 888.0 (U 1999–) 485.0–1 885.0–1 480.0–1 480.5–6 481.0–6 482.0–6 (* 1995)
Zugbildung [Bearbeiten] Baureihe 485 Baureihe 480 Inzwischen ausgemusterte Baureihe 477 getrennte Kurzkupplung der Baureihe 481
Die kleinste Einheit bei der Berliner S-Bahn ist ein Viertelzug. Der Name geht auf die Zugstärke zurück, so gehen aus dem Viertelzug der Halbzug (2 Viertel), der Dreiviertelzug (3 Viertel) und der Vollzug (4 Viertel) hervor. Das Viertel an sich besteht dabei aus zwei Einzelwagen. Alle seit 1925 gebauten Einheiten bei der Berliner S-Bahn weisen diese Aufteilung auf.
Der Viertelzug lässt sich nochmals in vier Kategorien aufteilen, das Steuerviertel, das EMB-Viertel, das Passviertel und das Peenemünder Viertel.
Steuerviertel [Bearbeiten]
Die ersten Wagen der S-Bahn (Bauart Oranienburg) und Bauart Stadtbahn wurden anfangs noch statt mit einem Beiwagen (EB) mit einem Steuerwagen (ES) ausgeliefert. Der zweite Wagen des Viertels war stets ein Triebwagen (ET). Die Steuerwagen sind wie die Beiwagen antriebslos, weisen aber im Unterschied zu diesen einen Führerstand am Ende des Wagens auf. So ist es möglich, dass ein Viertelzug mit Trieb- und Steuerwagen die kleinste Einheit bildet, wogegen bei einem Trieb- und Beiwagen erst ein Betrieb als Halbzug möglich wäre. Die mit einem Steuerwagen versehenen Einheiten werden daher als Steuerviertel bezeichnet.
Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurden die Führerstandseinrichtungen fast aller Steuerwagen zur Materialgewinnung ausgebaut. Ehemalige Steuerwagen waren noch Jahrzehnte später an der typischen dreiteiligen Stirnwand, allerdings ohne Fenster, zu erkennen.
EMB-Viertel [Bearbeiten]
Die Baureihen, die vor 1959 ausgeliefert wurden (ET 165–169) waren bis zu diesem Zeitpunkt für einen Zwei-Mann-Betrieb ausgelegt worden. Das heißt, dass der Triebwagenschaffner des Zuges das Abfertigungssignal der Bahnsteigaufsicht aufnahm, die Türen anschließend schloss und dem Triebwagenführer den Abfahrauftrag gab. Ab 1965 wurde den Triebwagenführern das Abfahrsignal direkt per UKW-Funk mitgeteilt, so dass diese zusätzlich die Aufgaben des Triebwagenschaffners übernehmen konnten. Auf den Schaffner konnte somit verzichtet werden und ein Ein-Mann-Betrieb (EMB) wurde hergestellt.
Die umgerüsteten Viertel wurden folgerichtig als EMB-Viertel bezeichnet.
Passviertel [Bearbeiten]
Neben den zu EMB-Vierteln umgebauten Einheiten existierten weiterhin Viertel der BR ET 165/275 mit einem Trieb- und einem Beiwagen ohne Ausrüstung für den Einmannbetrieb. Diese wurden nur mit den nötigen Steuerleitungen versehen, blieben aber sonst unverändert. Im Ein-Mann-Betrieb konnten sie dementsprechend nur in Zugmitte »eingepasst«, d. h. zwischen zwei EMB-Viertel gekuppelt, verkehren. Erkennbar waren sie an der nicht versetzten Führerstandsrückwand und an den ursprünglichen Lampen (nur ein Scheinwerfer in der Mitte als Spitzen- und zwei Oberwagenlaternen als Schlusssignal).
Peenemünder Viertel [Bearbeiten]
Ab 1934 wurden bei den älteren Fahrzeugen der S-Bahn ausschließlich Trieb- und Beiwagen als Viertel geliefert. Eine Ausnahme bildeten die umgebauten Wagen der Peenemünder Werkbahn. Diese Wagen wurden mit einem Trieb- und Steuerwagen als Viertel geliefert. Auf Grund dieser Ausnahmesituation war es auch möglich auf schwach frequentierten Strecke (z. B. Siemensbahn Jungfernheide – Gartenfeld) Viertelzüge anstatt der üblichen Halbzüge einzusetzen. Die Fahrzeuge wurden in die Baureihe ET 167 eingegliedert, obwohl sie bei der Anpassung an die Berliner Verhältnisse die inkompatiblen Steuerstromkupplungen (Klavier) mit abweichender Belegung verloren hatten und nicht mit den Wagen der ursprünglichen BR ET 167 kuppelbar waren. Folgerichtig wurden sie 1965 in die Baureihe ET 166, 1970 dann in die BR 276.0 umnummeriert. Erst mit der Rekonstruktion wurden sieben der neun in Berlin vorhandenen Peenemünder Viertelzüge unter Beibehaltung der Steuerwagen der Baureihe 277 angeglichen. Hier bildeten sie die besondere Nummerngruppe 277 403–420, nach der Umzeichnung 1993 477/877 601–608.
X-Wagen im Sommer 2002 [Bearbeiten]
Im Sommer 2002 kamen wegen umfangreicher Bauarbeiten auf der Berliner Stadtbahn aushilfsweise auch bei der S-Bahn-Berlin x-Wagen zum Einsatz. Damals wurden die normalerweise von der Berliner S-Bahn benutzten Stromschienen-Gleise zwischen dem alten Lehrter Stadtbahnhof und dem neuen Berliner Hauptbahnhof verschwenkt, ein S-Bahn-Betrieb war damals nur auf den mit Oberleitung versehenen Fernbahngleisen möglich. Bei den betreffenden Zügen handelte es sich um Leihfahrzeuge aus Düsseldorf und Nürnberg, im Einsatz waren insgesamt vier Garnituren die (gemeinsam mit einem Doppelstockwagen-Zug) im 30-Minuten-Takt zwischen Berlin-Ostbahnhof und Berlin-Spandau pendelten (darüber hinaus teilweise auch bis Nauen). Die vier Garnituren bestanden aus jeweils fünf Mittelwagen (darunter teilweise auch deklassierte ABx-Wagen; die Berliner S-Bahn kennt keine 1. Klasse) und einem Steuerwagen. Auch die in Berlin eingesetzten x-Wagen-Züge wurden mit Lokomotiven der Baureihe 143 bespannt (darunter teilweise auch in Cottbus beheimatete Maschinen). Zusätzlich zu den 24 planmäßig benötigten Wagen hielten sich damals außerdem vier Ersatzwagen in Berlin auf (darunter zwei Steuerwagen).
