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Der U-Bahnhof Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg wird von den Linien U6 und U7 angefahren. Er wurde im Jahr 1924 eröffnet.

Geschichte Bearbeiten

Nachdem bis 1913 nur das Kleinprofil in Berlin zum Zuge kam, wurde nach dem Ersten Weltkrieg am 30. Januar 1923 auch die erste sogenannte Großprofilstrecke, die eine Wagenkastenbreite von 2,65 Meter hat, in Berlin zwischen Stettiner Bahnhof und Hallesches Tor eröffnet. Seit dem 19. April 1924 konnte man mit der U-Bahn bis zur Station Gneisenaustraße fahren. Damit wurde der Bahnhof „Belle-Alliance-Straße“ eröffnet. Damals fungierte er nur als normale Durchgangsstation, war aber bereits seit der Inbetriebnahme dreigleisig ausgebaut. Im Unterschied zu den bisher errichteten Bahnhöfen der Nord-Süd-Linie, welche als Bahnhöfe mit kastenförmiger Decke errichtet wurden, gestaltete der ausführende Architekt Alfred Grenander diesen Bahnhof mit einer dreischiffigen, in Berlin einzigartigen Gewölbehalle.

Zwei Jahre später, am 14. Februar 1926, konnte der Bahnhof endlich seine wahre Funktion ausüben. Seit diesem Tag fuhren von dort an auch Züge bis zur damaligen Station Kreuzberg, heute Platz der Luftbrücke. So fuhren dann auf dem westlichen Gleis die Züge in Richtung Neukölln und Tempelhof, auf dem mittleren und östlichen Gleis die jeweiligen Züge in Richtung Innenstadt. Aufgrund einiger Differenzen beim Kauf des Tempelhofer Feldes vor dem Ersten Weltkrieg zwischen den beiden damals selbstständigen Gemeinden Berlin und Tempelhof, "bestrafte" die Stadt Berlin, als Bauherrin der neuen U-Bahn, die Gemeinde Tempelhof, indem der Streckenabzweig nach Neukölln als Hauptast deklariert wurde. So fuhren die Züge in Richtung Süden als Pendelzüge zwischen Belle-Alliance-Straße und Kreuzberg. Eine durchgehende Verbindung in Richtung Wedding gab es lange Zeit nicht.

U-Bahn Berlin Mehringdamm 2.jpg

Eingang zum U-Bahnhof

Während des Zweiten Weltkrieges musste wegen eines Bombentreffers im Bahnhof Flughafen, heute Paradestraße, in der Nacht vom 28. zum 29. Januar 1944 der Verkehr eingestellt werden, wenige Tage später wurde er jedoch wieder aufgenommen. Den Bahnhof Belle-Alliance-Straße selber traf es, hier sind die Daten ungenau, zwischen dem 17. April und 7. Mai 1945. Eine Bombe durchschlug eine der Decken. Am 23. April 1945 mussten die letzten Berliner U-Bahnstrecken eingestellt werden, auch die Linien CI (Belle-Alliance-Straße - Tempelhof) und CII (Seestraße - Bergstraße), die den Bahnhof tangierten. Doch bereits am 11. Juni 1945 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Am 27. Februar 1947, dem 100. Geburtstag des Historikers, Politikers und Publizisten Franz Mehring, wurde der Bahnhof in Franz-Mehring-Straße umbenannt. Knapp zwei Jahre später verkürzte man dies jedoch auf Mehringdamm.

1966: Die Züge der U6 halten an den äußeren, die Züge der U7 an den inneren Bahnsteigkanten]]

Nach der Teilung Deutschlands, Berlins und der BVG gab es auch weiterhin Pläne für neue U-Bahnlinien. So war es auch geplant, den Abzweig zum U-Bahnhof Grenzallee über Hermannplatz abzutrennen und in eine eigene, selbstständige Linie umzuwandeln. Dafür musste jedoch auf der westlichen Seite der zukünftigen Linie ein neuer Endpunkt gesucht werden. Die Züge konnten nämlich nicht am Bahnhof Mehringdamm enden, da dies zur Folge gehabt hätte, dass die Fahrgastströme aus den südlichen Bereichen, die zum West-Berliner Stadtzentrum wollten, am Bahnhof Hallesches Tor umgestiegen wären, wofür diese Bahnhofsanlage nicht konzipiert war. Deshalb suchte man weiter westlich und wählte als Endstation der neuen Linie 7 den U-Bahnhof Möckernbrücke. So begann ab 1964 sowohl der Neubau der Station Möckernbrücke als auch der Umbau des bisher dreigleisigen Bahnhofs in einen viergleisigen, kreuzungsfreien Umsteigebahnhof für zwei U-Bahnlinien. Hierbei wurde sowohl die Bahnsteiglänge von ursprünglich 80 Meter auf nunmehr 110 Meter erweitert als auch die Gewölbedecke umgebaut, wobei hier der Architekt Rainer Gerhard Rümmler die Umgestaltung vornahm. Denkmalpflegerische Aspekte wurden dabei jedoch nicht beachtet, heute kann man den ursprünglichen Zustand des Bahnhofes nur noch auf Fotos sehen. Am 28. Februar 1966 konnte die Strecke vom Mehringdamm zur Möckernbrücke in Betrieb genommen werden.

Seitdem hat sich an der Bahnhofsanlage selbst nicht mehr viel verändert. Im Sommer 1984 erhielt der Bahnhof eine große Glaskanzel für die Abfertigung der Züge[1], Ende der neunziger Jahre war diese aufgrund der Einsparung der Abfertiger nicht mehr nötig. Auf dem westlichen Bahnsteig fahren die Züge in Richtung Süden (U6 nach Alt-Mariendorf, U7 nach Rudow), auf dem östlichen in nördlicher Richtung (U6 Richtung Alt-Tegel, U7 Richtung Rathaus Spandau). Derzeit garantiert die BVG bei einem Zehnminutentakt das wartefreie Umsteigen zwischen beiden Linien am gleichen Bahnsteig.

In den Neunziger Jahren wurden der Bahnsteigbelag und die Beleuchtung saniert, seitdem sind auch schwarze Blindenleitstreifen dort zu finden. Ursprünglich 2003, begannen erst Anfang 2006 aufgrund finanzieller Probleme die Planungen für die Ausstattung des Bahnhofes mit zwei Aufzügen, für jeden Bahnsteig einen. Seit Dezember 2008 ist nun auch der Bahnhof Mehringdamm über zwei Aufzüge, die je einen Bahnsteig mit der Straßenoberfläche verbinden, erreichbar. Die Kosten dafür beliefen sich auf 1,1 Millionen Euro.

QuellenBearbeiten

  1. Berliner Verkehrsblätter, Ausgabe 3/1984, Seite 72

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