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Berlin

Wusterhausener Bär

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Der Wusterhausener Bär oder auch Wusterhausischer Baer ist ein kleiner Turm im Berliner Köllnischen Park am Märkischen Museum in Mitte. Er stellt den letzten erhaltenen Teil der Berliner Verteidigungsanlagen dar, die der Große Kurfürst nach dem Dreißigjährigen Krieg in den Jahren 1658 bis 1683 erbauen ließ.

Die Baere Bearbeiten

Wusterhausener Bär1.JPG

Wusterhausener Bär

Einen Teil der Verteidigung bildeten zwei Gräben, die die Stadt außerhalb der Festungsmauer umgaben. Diese zweigten von der Spree im Bereich der heutigen Jannowitzbrücke ab und vereinigten sich mit ihr wieder auf der Höhe des Bodemuseums. In jeden Graben wurden zwei Wehre eingebaut, um den Wasserstand zu regulieren, jeweils eines am Beginn und eines am Ende des Grabens. Diese Wehre hießen damals Baere, abgeleitet von dem lateinischen Wort berum = Wehr. Drei dieser Baere wurden als massive Wehre gebaut, lediglich im Bereich des Königsgrabens an der Spandauer Brücke begnügte man sich mit einer einfachen Schleuse um die Schifffahrt nicht zu behindern.

Die Wehre waren massiv gemauert und zwischen 2,50 und 7,50 Meter stark. Zum Hochziehen und Ablassen der verteidigenden Schützen wurden schmale Durchgänge belassen. Um das Wehr nicht als Brücke nutzbar zu machen war die Oberseite des Wehres beidseitig abschrägt. Diese Schrägen erinnerten an den Rücken eines Esels wodurch sich im Volksmund der Name Eselsrücken für die Wehrkante etablierte. Mitten auf das Wehr wurde zusätzlich ein runder Turm platziert, der auch eine Überquerung der Kante unmöglich machen sollte. Der Turm war so breit, dass ein Mensch in nicht umfassen konnte und so hoch, dass ein Überklettern unmöglich war. Gleichzeitig durfte er nicht so groß sein, dass bei seiner Zerstörung der Graben mit Trümmern ausgefüllt würde. Einer dieser Türme war der Wusterhausener Bär.

Weitere GeschichteBearbeiten

Die Festungsanlagen um Berlin wurden niemals angegriffen und waren bis zu den Besetzungen durch die Österreicher und die Russen 1757 und 1760 bereits bis auf wenige Reste zerstört und durch das schnelle Wachstum der Bevölkerung der Stadt Berlin siedelte der größte Teil der Stadtbevölkerung zu diesem Zeitpunkt bereits außerhalb der ehemaligen Schutzmauern.

Die Wehre dienten weiterhin zur Regulierung des Wasserstandes, allerdings vor allem für die Wassermühlen, die als Antrieb für verschiedene Gewerbebetriebe benutzt wurden. Mit Ausnahme des Oberbärs wurden im Laufe der Jahre alle Wehre abgerissen. So musste der Unterbär des Königsgrabens Kanals einer Seidenfabrik weichen, der Unterbär des südlichen Kanals (auch bekannt als Grüner Kanal) diente einer Weißgerbermühle und wurde nach massiven Umbauten in diesem Bereich ebenfalls abgerissen. Die Mühle wurde an das Oberbär verlegt, welches aufgrund seiner Lage an der Ausfallstraße nach Königs Wusterhausen den Namen Wusterhausener Bär erhielt.

Wusterhausener Bär3.JPG

Wusterhausener Bär

Der Bär wurde mit der Zeit schadhaft. Der König Friedrich Wilhelm I. ließ ihn daraufhin 1718 erneuern und mit einer kleinen Statue aus Sandstein krönen sowie mit einer Tafel versehen:

WVSTERHAVSISCHER BAER 1718

Das Land am Grünen Graben verschenkte er 1736 an den Grafen von Waldburg zur Anlage eines Gartens. Später ging das Land und das Wehr in den Besitz des Berliner Unternehmers Splitgerber über, der außerdem von König Friedrich II. das Gelände der Bastion VII, den heutigen Köllnischen Park als Geschenk erhielt. Das Gesamtgelände ging später an die Loge der Freimaurer „Zu den Drei Weltkugeln“.

Der Grüne Graben wurde immer mehr eingeengt und zugeschüttet bis auch das Wehr vollständig aufgefüllt war und der Wusterhausener Bär auf festem Grund eines Grundstücks an der Neuen Jakobstraße stand. Die letzten Teile des Grünen Grabens wurden 1883/1884 zugeschüttet und die Gebäude wurden abgerissen. Auf Bestreben von Denkmalschützern wurde der Turm 1893 in den Köllnischen Park versetzt, wo er bis heute steht, ausgestattet mit einer erweiterten Tafel:

WVSTERHAVSISCHER BAER 1718
AVF DER MITTE DES WEHRS
IM GRÜNEN GRABEN HINTER
BASTION VI ERBAVT
VND HIEHER VERSETZT 1893

Literatur Bearbeiten

Wikipedia
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